Ja moinsen,
noch 2,5 Wochen und ich bin wieder daheeeme.
Aber bis dahin ists noch n Weilchen hin und ich muss sagen, ich würd auch gern länger bleiben. Vieles gefällt mir hier echt gut, die Arbeit macht Spaß, die Kollegen sind nett, mittlerweile habe ich einige Freunde gefunden und an die irischen Städte hab ich mich auch gewöhnt (natürlich nicht vergleichbar mit Weltstadt Hamburg, aber trotzdem schön).
Die Bachelorarbeit ist längst abgegeben - soweit alles in Butter. Muss lediglich noch eine Präsentation hier und nach meiner Rückkehr in Hamburg halten, um die Endnote zu bekommen. Aber das läuft.
Die Erkenntnis der letzten Wochen war wohl, dass es tatsächlich Orte gibt, wo das Wetter noch schlechter als in Hamburg ist. Seit unserer Hitzewelle im Mai/Juni gab es hier kein vernünftiges Wetter mehr. Morgens hat es meist ca. 10 Grad, mittags wärmt es sich auf 16-18 Grad auf und das wars dann auch. Meist regnets, manchmal ist es nur bewölkt.
Aber kein Grund zur Sorge, denn als waschechter Hamburger lässt man sich durchs Wetter ja nicht von seinen Plänen abbringen.
So wie zu Hause, sind hier auch alle davon überzeugt, dass das Wetter besser wird, sobald die Schule wieder angefangen hat. Und Schulanfang ist morgen, also stehen 2,5 Sonnenwochen ja nun nichts mehr im Wege, oder?
Also, was stand an im August...
Zuerst gings in Luftfahrtmuseum nach Foynes. Ein sehr geschichtsträchtiges Dörflein für alle Interessierten. Startete doch von hier aus jeglicher Transatlantikverkehr zwischen Europa und Amerika - aufgrund der noch nicht ausreichenden Reichweite für Festlandflüge damals noch mit Wasserflugzeugen. Nachdem ich hier zwei Franzosen auf Praktikum kennen gelernt habe, gehe ich öfters mal mit denen los, u.a. eben auch nach Foynes. Sind leider eher von der Sorte Schlaftablette als Profiurlauber. Aber egal...
Besser, als alleine Umherzureisen allemal!
Weiter ging es mit dem Besuch des sogenannten "Father Ted"-Hauses. "Father Ted" ist eine irische Comedyserie, bei der sich die Iren selbst etwas verulken (vllt. etwas vergleichbar mit Hausmeister Krause). Absolut zu empfehlen, die Episoden sind sehr lustig, es geht um viele klassische Clichees (z.B. Trinkfestigkeit, Katholizismus, Tee etc.). Diese Serie wurde maßgeblich in einem Haus gedreht, das quasi hier um die Ecke liegt, also ham wir uns als "Fanclub" aufgemacht, um ein Foto zu ergattern.
Es war schwer zu finden, aber nach einigen Umwegen und viel Rumgefrage haben wir es schlußendlich doch geschafft und mussten feststellen, dass in dem Haus "normale" Menschen wohnen und trotzdem täglich ca. 20 Besucher vorbeikommen... Sieht auch eher aus, wie Rohbau, aber gut - so lange es den Bewohnern gefällt.
Nun kommt ein Teil, über den ich quasi berichten muss (bzw. ich wurde von Dritten aufgefordert, darüber zu berichten):
Es gab wieder Besuch, diesmal hohen Besuche. Die Onkels und Tanten, ihres Zeichens alles geborene Strauß, haben dem grünen Irland-Neffen mal ein Besuchswochenende abgestattet. Etwas unglücklich, dass der Neffe genau an diesem Wochenende seine einzige Erkältung innerhalb der 7 Monate hatte, aber das wird einen Strauß ja noch lange nicht aus der Bahn. Also haben wir uns aufgemacht nach Cork und Kinsale (Südwestküste Irlands). Die Tour war wirklich klasse, das Wetter überdurchschnittlich gut und die Laune super. Mit mittlerweile mehr Links- als Rechtsfahr-Erfahrung, hab ich dann gleich mal den Mietwagen (Fiat Bravo) ausgetestet und festgestellt, dass mein 2003er Corsa da noch locker mithalten könnte. Mittlerweile sind die 10.000 Meilen (ca. 16.000 km) nämlich schon überschritten - ich frag mich immernoch, wie und wo man in einem Land mit den Ausmaßen 350 x 200 km überhaupt so viel fahren kann...
Ich kann mir gerade nicht wirklich vorstellen, in einem Kreisverkehr rechtsherum zu fahren, aber das kommt sicherlich wieder.
Weiter gehts mit einem der besten Tage, die ich hier erlebt habe:
Nachdem die Tour of Ireland (in Kennerkreisen bekannt als Radrennhighlight mit Stars wie Lance Armstrong u.v.m.) dieses Jahr ganze 3 Etappen umfasste, hab ich mich mit Christophe, dem Franzosen (auch Radsportfan, an alle Insider: Der is ma den Mont Ventoux hochgebrettert und hat sich am nächsten Tag die TdF-Etappe angeguckt - Respekt) aufgemacht, um den Zieleinlauf in Killarney anzugucken. Nach 1,5h Verspätung kam das Feld dann auch im Sprint ins Ziel, war schön, das mal zu sehen.
Der Hammer is: Die Fahrer biegen nachm Ziel um ne Ecke, stellen ihre Fahrräder an Campingwagen, setzen sich aufn Kantstein und unterhalten sich über die Etappe, man hätte locker ein paar Worte wechseln können, Rennräder klauen usw. Wir sind aber gleich zum Armstrong-Wagen geprescht, wo es natürlich proppevoll war - der Chef himself gab Autogramme. Hab keins gekriegt (wollte ja auch gar keins, kann ihn eh nicht leiden).
Sicherlich hätten wir uns hier noch die Zeit vertreiben können, aber es gab ja noch Programm.
Wir ins Auto gesprungen und abgedüst nach Tralee (nur 40km entfernt), denn hier startete letzte Woche DAS EVENT IRLANDS!!! Die Rose of Tralee, ein internationaler Wettbewerb für die schönste... ähhhhh... interessanteste Frau irischer Abstammung. Teilgenommen habe viele Staaten der USA und Großbritanniens, die Countys Irlands, Frankreich und Deutschland (Jessica Kreuz). Der Wettbewerb ist vergleichbar mit Apfel- oder Weinkönigin, nur eben internationaler. Die Iren merken bei jeder Gelegenheit an, dass es ja kein Schönheitswettbewerb ist, ist es aber irgendwie doch. Das Highlight für mich war der Spielmannszug aus Deutschland, der in bester Blasmusik "Griechischer Wein", "Mit 66 Jahren", "Aber bitte mit Sahne" usw. gespielt hat - herrlich!
Gewonnen hat natürlich die Dame aus London (nach der Schützenfest-mäßigen Parade, auf der alle 50 Frauen vorgestellt wurden, ebenfalls unter meinen Top4). Immer wieder toll zu sehen ist, wie die Iren auf solche Events abfahren, die komplette Stadt ist abgeriegelt, 100.000e Zuschauer usw. (man bedenke, Irland hat nur 1/20 der Einwohner Deutschlands, die Stadt Tralee 22.000 Ew). Außerdem - selbstverständlich - alle Pubs knackevoll.
Habe mir dann noch ein Hunderennen angeguckt, muss man einfach mal gemacht haben. Ist eigentlich wie Pferderennen, man setzt n bißchen Geld und hofft, dass der Hund gewinnt. Ich habe auf 2 Hunde getippt, 2 EUR gesetzt, gewonnen und 2.40 EUR rausgekriegt - Man sieht, es ist einfach, damit ein Vermögen zu verdienen :-)
Heute konnte ich dann noch einen weiteren Punkt meiner Todo-Liste abhaken: Hurling-Match im Stadion von Limerick (Gaelic Grounds). War ein eher unwichtiges Spiel, aber das einzige innerhalb der nächsten 2 Wochen. Trotz der nur 200 Zuschauer eine echt gute Atmosphäre (vergleichbar mit der Einschlafstimmung von ca. 20.000 beim Fußball-Länderspiel Irland-Australien, dass ich mir auch in Limerick angeguckt habe). Hurling ist toll!
So, ist ne Menge Text geworden. Ich habe mich dagegen entschieden, noch groß Resumee zu ziehen oder Irland mit Deutschland zu vergleichen. Wie so oft, kann/muss ich sagen:
Es ist anders, aber man gewöhnt sich dran. Einige irische Eigenschaften sind toll und fehlen uns in Deutschland, andere wiederum sind in Deutschland besser.
In diesem Sinne "Bis Bald",
Euer Benny
Samstag, 29. August 2009
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hiya!!
AntwortenLöschenregnets immer noch? hab gestern einen iren in der bahn getroffen (kam frisch vom flughafen dublin) und der wollte am liebsten gleich wieder zurück, weil er so eine "hitze" wie hier gar nicht mehr gewohnt war ;-).
cooles foto aus kinsale. hab genau das gleiche, nur dass ich im vordergrund stehe und der himmel blau ist :-P.
freu mich echt für dich, dass du so eine tolle zeit hattest/hast und viele nette leute getroffen hast!!
bis in 2 wochen (juchuuuuuu!!!),
deine jessi